Eine Brieftaube aus Fraubrunnen

Mit Freude durften wir feststellen, dass der Bericht in den Wiler Nachrichten über unsere Thermografie, auch in Fraubrunnen, Kanton Bern, gelesen wird. Die Swisscom hat sich sogar die Mühe gemacht von dort aus, einen Leserbrief dazu zu verfassen und ihre Sichtweise darzulegen.

Vielen Dank dafür – denn damit helfen Sie uns einmal mehr, hier Licht ins Dunkel zu bringen:

Auszug aus den Wiler Nachrichten, Nr. 43, 22. Oktober 2020:

Antennenwärme 5G, Leserbrief von: Armin Schädeli, Swisscom, Fraubrunnen

Mit Interesse haben wir den Artikel über die IG Wil stoppt 5G gelesen. Wir sind etwas erstaunt, dass niemand aus der Branche die Gelegenheit erhalten hat, Stellung zu diesem Vorwurf zu nehmen. Dies wäre in diesem Fall besonders wichtig gewesen, denn die Schlussfolgerung aus der Messung sind falsch. Die Feststellung, dass die Antennen im Artikel etwas mehr Abwärme produzieren ist richtig. Das hat aber grundsätzlich weder mit 5G noch damit zu tun, wie viele Nutzer die Antenne im Augenblick bedient. Die höhere Temperatur liegt in der Tatsache, dass im Gegensatz zu 4G die Elektronik in den Antennen selber arbeitet.

Wir haben im Bericht lediglich festgehalten, dass die höhere Abwärme eine Vermutung für höhere Verlustleistungen von 5G im Vergleich zu den bisherigen Mobilfunkgenerationen darstellt. Das ist weder eine Schlussfolgerung noch Anschuldigung.

Analog eines aktiven Lautsprechers, bei welchem der Verstärker und die Elektronik in einem Gehäuse untergebracht sind, macht man sich auch bei den Antennen der neuesten Generation die Miniaturisierung der Elektronik zunutze und kann so Energie einsparen und gleichzeitig eine bessere Performance/Effizienz erreichen. Bei den älteren 4G-Antennen lagert die Elektronik in einem am Boden stehenden Geräteraum (die kleinen Häuschen neben der Antenne). Die Antennen müssen von dort aus mittels Hochfrequenzkabeln über viele Meter angeschlossen werden. Allein aufgrund des langen Kabelwegs entstehen so Verluste, welche bei aktiven Antennen nicht anfallen.

Die Analogie zum Lautsprecher ist ein stimmiger Vergleich. Die Suggestion von Miniaturisierung und Energieeinsparung, aber eine für uns nicht nachvollziehbare Aussage in diesem Zusammenhang. In den Schaltschränken am Boden befindet sich die Signalaufbereitung, Stromversorgung und Vorverstärkung einer Mobilfunkanlage. Auch die bisherigen Mobilfunkantennen haben Verstärkeranlagen am Mast montiert, um auch da, die Kabelverluste und eine Störung der Signale zu verringern. Diese Boxen am Mast sind in unserem Bericht, mit der aktiven 5G-Antenne verglichen worden und nicht passive Antennen im Vergleich zu Aktiven. Was Sie den Lesern an dieser Stelle aber verschweigen, ist die Tatsache, dass sich hier in jeder dieser 5G-Antennen 64 Sender verbergen. Macht bei diesem Standort also 3 5G-Antennen x 64 Sender = 192 5G-Sender. Dass hier die Ansteuerung und Endverstärkung in der Antenne liegen muss, ist logisch – sonst müssten 192 Hochfrequenzkabel am Mast hochgezogen werden, alleine für 5G.

Ob letztlich viel oder nur eine Hand voll User auf den Antennen surfen, hat auf die Wärmeabgabe zudem keinen wesentlichen Einfluss. Unabhängig davon, ob 5G über eine aktive oder eine passive Antenne ausgesendet wird, ist 5G viel effizienter und stromsparender als vorgängige Technologien.

Das ist super! Wir verfolgen die gleichen Ziele. Warum laden Sie uns nicht einmal persönlich ein und erlauben uns Messungen an der Anlage? Oder legen einen vom Energielieferanten beglaubigten, monatlichen Strombezug für 2019 und 2020 vor? Damit wäre dann ja Fakt, wie sich der Energieverbrauch gesamthaft entwickelt hat.

Dieselbe Datenmenge kann somit mit wesentlich weniger Energie übertragen werden.

Das trifft leider nur auf 5G mit adaptiven Antennen zu und gilt nur für die isolierte Betrachtung, nähmlich zwischen Sender und Empfänger. Sobald die Signalaufbereitung und die aufwändigere Adressierung einer solchen Antenne in die Betrachtung miteinbezogen wird, ist dies für uns nicht mehr nachvollziehbar.

Gemeinsam gegen die Grenzwerterhöhung

Mit einem offenen Brief an den Bundesrat wehren sich der Verein „Schutz vor Strahlung“ und zahlreiche weitere Organisationen gegen einen geplanten Erleichterungsfaktor und damit gegen eine massive Grenzwerterhöhung der Strahlengrenzwerte. Die IG Wil stoppt 5G unterstützt dieses Vorhaben und ist als Organisation verzeichnet.

Weil der Bundesrat bis heute an den Strahlengrenzwerten festhält, wollen die Mobilfunkbetreiber eine Grenzwerterhöhung durch die Hintertür durchsetzen. Sowohl der Verein „Schutz vor Strahlung“ als auch zahlreiche weitere Organisationen aus der ganzen Schweiz stellen sich entschieden gegen eine Grenzwerterhöhung. Der Erleichterungsfaktor würde den Mobilfunkbetreibern erlauben, viel stärker zu senden, als bewilligt wird. Zudem hebelt er die Rechte der Bevölkerung, der Gemeinden und Kantone aus und gibt den gefährlichen adaptiven Antennen das exklusive Recht, stärker als alle anderen Mobilfunkantennen zu senden.

Hier geht es zur Medienmitteilung sowie allen Dokumenten in diesem Zusammenhang (externer Link, Verein Schutz vor Strahlung).